10. Oktober 2022

10 Tipps für schwankende Märkte

Es ist nicht nötig, jetzt noch einmal alle Faktoren aufzuzählen, die uns und die Welt derzeit plagen. Anleger brauchen Lösungen und Ansätze die helfen. Wir haben uns zusammengesetzt und 10 Tipps zusammengestellt, die Ihnen wirklich helfen mit Kapitalmarktkorrekturen umzugehen. Jetzt und über alle Marktphasen hinweg.

1. Ruhe bewahren, Emotionen ausschalten, langfristig planen

Geopolitische und unternehmensbezogene Nachrichten können deutliche Kursschwankungen auslösen. Oftmals ist die Reaktion der Märkte auf solche Ereignisse heftiger als nötig. Für Anleger ist es deshalb umso wichtiger, Ruhe zu bewahren und nicht voreilig zu handeln.

Sind Sie sich erstmals der Tatsache bewusst, dass volatile Phasen bei langfristigen Geldanlagen unvermeidlich sind, können Sie rational darauf reagieren. Konzentrieren Sie sich auf Ihre langfristigen Anlageziele. Wer gerade auch in Tiefphasen investiert bleibt vermeidet oftmals Verluste, die beim vorzeitigen Verkauf der Anlagen entstehen würden.

2. Aktienrisiko schafft langfristig meist reale Rendite

Rendite geht in der Regel Hand in Hand mit Risiko – das ist bekannt. So werden Aktionäre für das zusätzliche Risiko, welches sie im Vergleich zu Anleihen-Investoren eingehen, oftmals mit einer überdurchschnittlichen Rendite belohnt.

Dabei ist es wichtig, sich eines zu verdeutlichen: Der Risikowert einer Anlage und dessen Volatilität (Schwankung) sind nicht gleichbedeutend. Volatilität beschreibt, wie stark der Wert einer Anlage schwanken kann. Der Risikowert dagegen misst die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts. Der Wert einer Aktie mag zwar schwanken, aber langfristig gesehen werden Aktienkurse durch Unternehmensgewinne angetrieben. Selbst wenn der Wert einer Aktie kurzfristig teils deutlichen Schwankungen unterworfen ist, kann sie möglicherweise langfristig an Wert gewinnen.

Historisch gesehen, haben Anlagen in Aktien andere Anlageklassen – nach Abzug der Inflation – in der Regel übertroffen. Gerade in den heutigen Zeiten hoher Inflation ist das Erzielen einer realen Rendite (positive Rendite nach Abzug der Inflation) durch Anlageklassen wie Anleihen, Liquidität oder Rohstoffe kaum noch möglich.

3. Keine Angst vor temporären, starken Verlusten

Das wissen wir vielleicht noch aus dem Volkswirtschaftslehre-Unterricht: Auf Korrektur folgt Erholung! Das Eine bedingt das Andere.

Marktkorrekturen sind folglich ein normaler Bestandteil des Aktienmarktes. Der Verlust von 20% oder mehr des Wertes einer Aktie oder Indexes im Vergleich zum vorher erreichten Hoch ist während einer langfristigen Aufschwungsphase (Hausse) nicht ungewöhnlich. Werfen Sie hierzu gerne einen Blick auf die oben abgebildete Grafik.

4. Vergessen Sie Market-Timing

Niemand, wirklich niemand, ist im Besitz einer Glaskugel. Weder Privat- noch Profianleger sind (auf legalem Wege) in der Lage, die optimalen Kauf- oder Verkaufszeitpunkte vorherzusagen. Dafür existieren heute einfach zu viele Parameter, welche die Kurse beeinflussen.

Die Realität zeigt, Anleger die häufig kaufen und verkaufen riskieren, ihre zukünftigen Gewinne zu schmälern. Sie laufen Gefahr, Markterholungen und die besten Tage für Aktienkäufe zu verpassen, die oftmals während negativen Phasen vorkommen. Anleger, die durchgehend investiert bleiben, profitieren üblicherweise vom langfristigen Aufwärtstrend der Aktienmärkte.

5. Nutzen Sie Chancen – und bleiben trotzdem vorsichtig

Kaufen Sie nach! Neben der Möglichkeit der Einmalanlage, kann auch ratierlich oder über regelmäßige Sparpläne oder Tranchen zugekauft werden.

Rationale Investoren nutzen Korrekturen für Zukäufe, da Vermögenswerte günstiger sind und von einer späteren Markterholung profitieren. Da die Verunsicherung im Umfeld fallender Börsen hoch ist, zögern viele Privatanleger allerdings einen größeren Geldbetrag auf einmal zu investieren. Das ist nachvollziehbar. An der Börse lassen sich nur Abschläge beurteilen. Den perfekten Einstiegszeitpunkt wiederum wird man nie finden (Vergessen Sie Market-Timing).

Um das Risiko zu vermeiden, dass der Wert einer Neuanlage direkt nach der Investition direkt stark fällt, lassen sich größere Investitionen auch aufteilen. So kann man 100.000 Euro beispielsweise in 10 monatliche Tranchen á 10.000€ aufsplitten. Dieser regelbasierte Ansatz diszipliniert Anleger die Kurschancen zu nutzen und gleichzeitig besser zu schlafen.

6. Nochmal: Nicht alle Eier in einen Korb legen

Die Gewinner wechseln sich ab. Mal sind es die Technologiewerte, mal die Energiewerte. Mal kommen die Gewinner aus den USA, dann wieder aus den Schwellenländern. Wir wissen es nicht.

Oft ist es wie mit der Mode. Trends werden erst gekauft, wenn sie eigentlich schon vorbei sind und der nächste in den Startlöchern steht. Durch eine breite Streuung des Vermögens über verschiedene Anlageklassen, Regionen, Branchen, Trends und Unternehmen können wir uns absichern und oft sogar an mehreren steigenden Märkten gleichzeitig partizipieren.

Widerstehen Sie also der Versuchung Ihr Vermögen in Krisenzeiten noch schnell in Gold und andere vermeintlich sicherere Anlage umzuschichten. „Diversification is the only free lunch“ stellt Nobelpreisträger Harry Markowitz trefflich fest.

7. Nutzen Sie den Zinseszinseffekt

Sie können Ihre langfristige Rendite erheblich steigern, indem Sie Erträge aus Fondsanteilen erneut im selben Fonds anlegen (Thesaurierung). Erwerben Sie wiederanlegende Anteilsklassen, nutzen Sie den Zinseszinseffekt automatisch.

8. Halten Sie an Ihrer Anlagestrategie fest

Eines ist bei der Geldanlage sicher: Sie werden irgendwann (zumindest auf dem Papier) Geld verlieren! Eine gute Anlagestrategie zeichnet sich dadurch aus, mit dieser Gewissheit umzugehen.

Sie verlangt das eigene Depot vor der Korrektur so zu strukturieren, dass die Schwankungen in einem für emotional und wirtschaftlich vertretbaren Bereich liegen. Das ist einfacher gesagt als getan: Denn zum einen muss die Strategie etwas Risiko eingehen um die eigenen Investitionsziele zu erreichen. Zum anderen erfahren Anleger oft erst in Krisenzeiten, was emotionaler Stress bei der Geldanlage wirklich bedeutet.

9. Lernen Sie mit Krisen umzugehen

Nehmen Sie Ihre Emotionen nicht auf die leichte Schulter. Sie sind der wichtigste und gleichzeitig herausforderndste Teil der privaten Geldanlage. Das weiß auch die Investorenlegende Benjamin Graham: „Der größte Feind des Anlegers ist er selbst!“

Unsere Erfahrung lehr uns, dass rationale Investoren, die die Herkunft der eigenen Emotionen kennen und kontrollieren können, die besseren Anlageergebnisse erzielen.

Ein gutes Investment in Krisenzeiten ist also, sich die Kontrolle der eigenen Denkmuster näherzubringen. Eine Buchempfehlung um kognitive Verzerrungen und die eigene Verlustaversion kennenzulernen ist Daniel Kahnemanns „Schnelles denken, langsames denken“.

Vielleicht haben Sie auch Lust auf eine objektive Einschätzung Ihrer Risikotragfähigkeit? Wir machen mit Ihnen einen wissenschaftlichen Test, der hilft Ihre persönliche finanzielle und psychologische Risikobereitschaft zu objektivieren und damit ein gesundes Fundament für Ihr Wertpapierdepot zu legen.

Der Aufwand ist überschaubar. Nach Beantwortung von 25 Multiple-Choice-Fragen aus einem Online Fragebogens erhalten Sie Ihre persönliche Auswertung.

10. Sprechen Sie mit einem Berater

Sollten Sie sich weiterhin unwohl mit Ihren Anlagen fühlen oder in der Vergangenheit negative Erfahrungen gemacht haben, sprechen Sie mit einem Berater.

Wir bei Der Finanz Berater haben schon zahlreiche Krisen durchlebt und helfen Ihnen durch eine kontrollierbare und passende Anlagestrategie einen kühlen Kopf zu bewahren!

Haftungsausschluss

Diese Publikation ist von der Der Finanz Berater Vermögensverwaltung 1997 GmbH erstellt worden. Die Erstellerin übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der zur Verfügung gestellten Inhalte. Diese Unterlage enthält ggf. Informationen, die aus öffentlichen Quellen stammen, die die Erstellerin für verlässlich hält. Die Erstellerin übernimmt jedoch keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen. Es ist nicht beabsichtigt, diese Unterlage laufend oder überhaupt zu aktualisieren. Sie stellt also nur eine Momentaufnahme dar. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Terminkontraktes, eines Wertpapiers oder einer Option, eine Anlageempfehlung oder Einladung zur Zeichnung. Sie soll lediglich Kunden und Interessenten über die Inhalte informieren und ersetzt nicht eine anleger- und anlagegerechte Beratung. Eine Anlageentscheidung darf nicht allein auf diese Unterlage gestützt werden. Grundlage für den Kauf von Wertpapieren sind die gesetzlichen Verkaufsunterlagen. Mit Entgegennahme dieser Unterlage erklären Sie sich mit den vorhergehenden Bestimmungen einverstanden. Eine Haftung für Hinweise, Ratschläge und andere Berichte gilt als ausgeschlossen. Vervielfältigungen nur mit schriftlicher Genehmigung. Stand 05/2024

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