8. August 2025

Sieben Buchempfehlungen unserer Vermögensberater

Wann haben Sie das letzte Mal ein Buch verschlungen? Schon etwas länger her? Wir liefern in dieser FINANZBERATER-Ausgabe etwas Inspiration, wie Sie die ruhigen Stunden Ihres wahrscheinlich bevorstehenden Sommerurlaubs nutzen können, sich kluge Fragen rund um Ihr Geld zu stellen und vielleicht genauso kluge Antworten bekommen.

Dazu haben wir unsere Vermögensberaterinnen und Vermögensberater befragt, welche Werke ihnen rund um das Thema „kluge finanzielle Entscheidungen“ in den Sinn kommen und welche Autoren ihre Beratungspraxis richtungsweisend beeinflusst haben. Sie werden überrascht sein: Weder Benjamin Grahams Klassiker „The Intelligent Investor“ über das Value-Investing noch das Standardwerk eines jeden Finance-Studenten „Grundlagen der Finanzwirtschaft“ von Jonathan Berk finden sich auf unserer Empfehlungsliste.

Denn gute Bücher zum bewussten Umgang mit Geld befassen sich unserer Auffassung nach weder mit der mathematischen Herleitung des nobelpreisgekrönten Capital-Asset-Pricing-Models noch mit der Frage „Wie werde ich in fünf Jahren Millionär“. Vielmehr laden sie dazu ein, das eigene Anlageverhalten kritisch zu reflektieren, bewusst und demütig unter Unsicherheit zu entscheiden – und das am besten noch in Einklang mit dem angestrebten Lebensentwurf und dem eigenen Bauchgefühl. Voilà, unsere Leseempfehlungen:

1. Schnelles Denken, langsames Denken – Daniel Kahneman

Der Klassiker der Verhaltensökonomie. Nobelpreisträger Kahneman zeigt, wie zwei Denksysteme – die schnelle Intuition und die langsame Reflexion – unsere Entscheidungen lenken. Wer Geld rational anlegen will, muss seine Denkfehler zuerst verstehen. Gerade bei Geldentscheidungen verlassen wir uns oft auf unsere Intuition – und tappen dabei in kognitive Fallen. Dieses Buch hat uns deutlich gemacht, warum wir Anlagestrategien nicht impulsiv steuern, sondern lange nachdenken, bevor wir neue Gedanken über die Portfolios unserer Kundinnen und Kunden in die Tat umsetzen.

2. Narren des Zufalls – Nassim Nicholas Taleb

Für unseren Portfoliospezialisten Horst Seibold eine Pflichtlektüre für alle Fondsmanager, Vermögensverwalter und Vermögensberater: „Mir persönlich hat das Buch bei der Ausübung meines Berufs fundamental geholfen.“
Es erklärt das Thema Behavioral Finance auf praktische und gleichzeitig fundierte Weise wie kaum ein anderes. Prägende Konzepte der modernen Finanzwelt – etwa der „Schwarze Schwan“ – stammen von Taleb. Die Financial Times zählte seine Werke zu den 15 wichtigsten Wirtschaftsbüchern seit dem Zweiten Weltkrieg.

Horst Seibold mit seiner Buchempfehlung abgebildet

3. The One-Page Financial Plan – Carl Richards

Carl Richards gelingt, was vielen Finanzbüchern fehlt: Klarheit durch Reduktion. Statt 50-seitiger Pläne plädiert er für einen Ansatz, der sich auf das Wesentliche konzentriert – die eigenen Werte und Ziele. Im Zentrum steht die Frage: Warum ist Geld wichtig für mich? Wer das beantworten kann, trifft bessere Entscheidungen. Das Buch ermutigt dazu, Geldgespräche in Partnerschaft und Familie offener zu führen und Vermögensplanung als lebensbegleitenden Prozess zu begreifen. Ein weiteres Kernthema: die „Behavior Gap“ – also die Differenz zwischen Marktrendite und dem, was Anleger tatsächlich erzielen. Der Grund: emotional gesteuertes Handeln. Fabian Wunderle meint: Genau hier setzen wir in der Beratung an – indem wir Struktur geben und helfen, impulsive Fehler zu vermeiden. Richards erinnert auch daran, was oft vergessen wird: Finanzielle Sicherheit beginnt nicht mit dem Depot, sondern mit sauberen Grundlagen – Werte, Ziele, Testament, Versicherung, Liquiditätsreserve.
Sein Vorschlag für den Finanzplan? Oben die Werte. Unten die Ziele. Fertig.

4. Über Geld Nachdenken – Nikolaus Braun

Ein Buch für alle, die klug, ruhig und selbstbestimmt mit ihrem Vermögen umgehen wollen und Geld als Gestaltungsmittel begreifen. Nikolaus Braun räumt auf mit Komplexität und Werbeversprechen – und legt den Fokus auf Gelassenheit und Klarheit. Vermögensaufbau, Kapitalanlage und Notfallplanung gelingen besser, wenn sie sich an den eigenen Werten orientieren – nicht an Produkten oder Provisionen.
Man könnte meinen, man tut sich keinen Gefallen, das Buch eines Berufskollegen zu empfehlen. In diesem Fall machen wir gerne eine Ausnahme. Prädikat: Lesenswert!

5. Die Psychologie des Geldes – Morgan Housel

Andreas Mayer meint: „Die Psychologie des Geldes hat meinen Blick auf Geldanlage grundlegend verändert.“ Es geht nicht um Strategien oder Produktempfehlungen, sondern um das, was uns wirklich beeinflusst: unsere Emotionen, Denkmuster und Verhaltensfehler. Housel zeigt auf unterhaltsame Weise, warum selbst brillante Köpfe – von Wissenschaftlern bis hin zu Milliardären – an denselben psychologischen Fallstricken scheitern wie jeder andere auch. Für viele in unserem Haus eine der wertvollsten Lektüren der letzten Jahre – weil sie nicht vorgibt, die Zukunft zu kennen, sondern Demut und Nachdenklichkeit fördert.
Jeder, der Geld anlegt oder spart, sollte dieses Buch gelesen haben.

AM_Buchvorstellung

6. Die Kunst des klaren Denkens – Rolf Dobelli

Rolf Dobelli beschreibt in kurzen, prägnanten Kapiteln 52 Denkfehler, die unser Urteilsvermögen trüben – im Alltag, im Beruf und besonders bei finanziellen Entscheidungen. Wer wissen will, warum wir Verluste stärker spüren als Gewinne, wieso uns der Herdentrieb regelmäßig in Blasen treibt oder weshalb wir an schlechten Investments zu lange festhalten, findet hier klare Antworten. Dobelli liefert keine Anlageempfehlungen – aber ein schärferes Bewusstsein dafür, wie wir denken. Und das ist die beste Grundlage für gute finanzielle Entscheidungen. Ein Buch, das hilft, klüger zu handeln – nicht nur an der Börse. Geschätzt in der gesamten Belegschaft.

7. Flowers for Algernon – Daniel Keyes

Nina Baar teilt: „Flowers for Algernon hat mich tief bewegt. Die Geschichte von Charlie Gordon, der durch einen wissenschaftlichen Eingriff intelligenter wird, ist viel mehr als Science-Fiction. Es geht um Zugehörigkeit, Würde und den menschlichen Wunsch, gesehen zu werden.
Charlies Tagebucheinträge holen einen ganz nah an seine Gedankenwelt heran – man leidet, hofft und zweifelt mit ihm. Mich hat das Buch nicht mehr losgelassen.
Es stellt große Fragen: Wie viel Intelligenz braucht es für ein erfülltes Leben? Und wo endet der moralische Rahmen von Wissenschaft? Ein Satz hallt bis heute nach: „Wer und was bin ich jetzt? Bin ich die Summe meines Lebens oder nur die Summe der letzten Monate?“ – ein Buch, das nicht nur zum Lesen, sondern zum Innehalten einlädt.“

Nina Baar mit ihrer Buchempfehlung.

 
In diesem Sinne wünschen wir eine gute Lektüre. Sollte Ihnen ein Buch begegnet sein, das im Sinne unserer Idee steht – nämlich, dass kluge finanzielle Entscheidungen ein Leben durch Gelassenheit und Klarheit bereichern –, dann schreiben Sie uns. Wir sind gespannt auf Ihre Empfehlungen!

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